Bosse – Kraniche

Bosse ist zurück. Forciert und flankiert von Bläsern, die den Auftaktsong Kraniche Richtung Refrain schieben, gibt der Titeltrack die Richtung des Albums vor. Es hat sich nicht viel verändert im Vergleich zu den Vorgängern. Die früheren Freunde werden bleiben und Gefallen finden. Melancholie, geschickt eingebettet in absolut tanzbare Gitarrenmusik, war schon immer Bosses Merkmal. Kraniche schafft es zudem Lebensfreude en masse zu versprühen. Das mag auch an Produzent Philipp Steinke (Boy) liegen, der dem Album eine stringente Tanzflächentauglichkeit aufgesetzt hat. Aber auch Axel Bosse selbst zeigt sich auf seinem fünften Album von seiner enspanntesten Seite.

Die Vorabsingle Schönste Zeit trifft dieses Gefühl am besten. Turn back the clock to 1994. “Und Berlin war wie New York, ein meilenweit entfernter Ort”. Mit schöner Reminiszenz an Neil Young und Nirvana dürften die Erinnerungen an die eigene Jugend die ein oder andere Träne im Knopfloch hervorrufen. Eine schöne Vorstellung, wie sich in den Indie-Ballermännern dieses Landes die Leute um 4 Uhr auf der Tanzfläche in den Armen liegen, um selig diesen Song mitzugrölen.

Textlich ist das Album teils so fragmentiert, dass man unweigerlich an den Kollegen Peter Licht (zurück) denkt. Hier muss nicht bis zur letzten Sekunde am richtigen Reimschema gearbeitet werden, das übermittelte Gefühl zählt. Da wir schon bei Vergleichen sind: Wer denkt bei den Zeilen “Aber was gut ist, wird passieren. Und wenn es gut ist, bleibt’s bei mir” auch unweigerlich an Olli Schulz?

Der Alte Affe Angst, der auf dem letzten Album Wartesaal den Protagonisten wohl gehindert hätte auszubrechen, wird hier einfach weggetanzt und von den einsetzenden Bläsern weggefegt. Keine Zweifel mehr, das Leben ist schön. Die letzten beiden Jahre hat Axel Bosse zusammen mit der Familie in Istanbul verbracht. Und so ist es auch der titelgebende Track, der das Album auf einen Konsens bringt. Schön, dass du die wieder da bist.

BOSSE – „Kraniche“-Tour
10.04.13 Mannheim – Capitol
11.04.13 Freiburg – Jazzhaus
12.04.13 Stuttgart – LKA Longhorn
14.04.13 Saarbrücken – Garage
14.04.13 Köln – Live Music Hall
16.04.13 Dortmund – FZW
18.04.13 Erfurt – HsD
19.04.13 Leipzig – Werk II
20.04.13 München – Muffathalle
22.04.13 Nürnberg – Hirsch
23.04.13 Frankfurt/Main – Batschkapp (ausverkauft)
25.04.13 Hannover – Capitol
26.04.13 Hamburg – Große Freiheit (ausverkauft)
27.04.13 Hamburg – Große Freiheit (ausverkauft)
29.04.13 Bremen – Schlachthof
30.04.13 Bremen – Schlachthof (ausverkauft)
02.05.13 Dresden – Alter Schlachthof
03.05.13 Cottbus – Gladhouse
04.05.13 Berlin – Columbiahalle
17.08.13 Braunschweig – Volksbank BraWo Bühne
21.12.13 Hamburg – Sporthalle Hamburg

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